Schöpfung

In den letzten Wochen mit Corona sind wir häufiger ins Grüne gefahren, sind durch Wiesen und Wälder gewandert, entlang von Flussläufen oder durch Weinberge auf die Bergkuppen.
Dabei war zu beobachten, wie sich in jeder Woche die Natur verändert hat, aufgebrochen ist.
Anfang März auf der Alb meinten wir noch, dass es lange braucht bis sich aus großen Buchenknospen zarte grüne Blätter drängen werden.
Mit jeder Woche wurden die Wiesen und die Sträucher grüner.
Man konnte den Duft der Natur einsaugen.
Jede Woche entfaltete sich eine neue Blumensorte und damit mehr Farbenpracht.
Von den Frühblühern – Veilchen, Buschwindröschen, Gänseblümchen, Hahnenfuß – über Wiesenschaumkraut, narzissenblättrige Anemonen, Bärlauch, Steinnelken – bis zu den Spätblühern Salbei, Margeriten, Mohn- und Kornblumen und wie sie alle heißen.

Nicht dass dabei Biedermeierliche Gefühle aufgekommen sind, eine Flucht aus dem Weltgetriebe, dieses Erfreuen am „kleinen Veilchen“ oder dem „Holden Bescheiden“, sondern es ist ganz einfach Dankbarkeit, dies alles sehen, riechen und genießen zu dürfen.
Es ist die Dankbarkeit gegenüber der Schöpfung, die wir als Christen in Genesis nachlesen können:
„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“
Er sprach: Es werde Licht und er teilte das Licht in Tag und Nacht.
Am zweiten Tag schuf Gott Himmel und Erde.
Am dritten Tag schuf er das Land, das alle Arten von Pflanzen mit Samen und von Bäumen mit Früchten bringen. Am vierten Tag ordnete er das Licht und schaffte Sonne und Mond und Sterne.
Im Wasser sollte es von Tieren wimmeln und über dem Land sollten gefiederte Vögel umherfliegen.
Am sechsten Tag wurde die Erde bevölkert, mit Tieren, Kriechtiere und Vieh und alle sollten sich von den Pflanzen ernähren, und mit Menschen, denen er auftrug ‚Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde.‘
Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte und ruhte sich aus.“
Es ist auch das Nachdenken und die Verpflichtung diese Schöpfung, die uns anvertraut ist, zu bewahren und zu pflegen. Und dies auch im Kleinen, ganz praktisch, kein Müll in der Landschaft, keine Sofas oder Fernseher im Wald, nur weil die Deponie gerade geschlossen ist.
Unsere Geduld ist gefragt, unser Mut und unser Wille, Gutes zu tun. Nur dann kann können wir weiter genießen.