Licht – Heil – Zuflucht

Psalm 27,1-3,13-14

Von David.  

Der HERR ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?

Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Dringen Böse auf mich ein,
um mein Fleisch zu verschlingen,
meine Bedränger und Feinde;
sie sind gestrauchelt und gefallen.

Mag ein Heer mich belagern:
Mein Herz wird nicht verzagen.
Mag Krieg gegen mich toben:
Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des HERRN im Land der Lebenden.

Hoffe auf den HERRN,
sei stark und fest sei dein Herz!
Und hoffe auf den Herrn. 

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift,
© 2016 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart

LICHT – HEIL – ZUFLUCHT

Der Psalm 27 spricht von dem tiefen Vertrauen eines Menschen, der sich in Gottes Schutz geborgen weiß. Das kommt in den Namen zum Ausdruck, mit denen er Gott anspricht. Diese Namen sind nicht festgelegt, sie entsprechen seiner jetzigen Erfahrung und dem was ihm im Augenblick wichtig ist, was ihn jetzt tröstet und stärkt. Der Herr ist: – mein LICHT – mein HEIL – meine ZUFLUCHT. In diesen Namen wird deutlich, welche Hoffnung der Psalmbeter auf Gott setzt und welche Gedanken ihn bewegen. Er ist davon überzeugt, dass Gott Licht in sein Leben bringt, ihm Heil und Geborgenheit schenkt. Auch spricht er von einer Erfahrung, die viele Menschen in der Bibel gemacht haben: Gott wendet sich den Menschen zu und lässt sie auch in ihren Dunkelheiten nicht allein. Die Überzeugung des Psalmbeters entspringt aus seiner Beziehung zu Gott.  Sein Wissen und seine Einsicht können auch uns befähigen, den dunklen Seiten unseres Lebens nicht auszuweichen, die Erfahrungen von Krankheit, Schmerz und Tod als Realität anzunehmen und sich den damit verbundenen Ängsten zu stellen.   Der Herr ist mein LICHT und mein HEIL! Gott, der Herr lässt sich in seinem Wort erfahren. Sein Wort gibt unserem Leben Orientierung, Hoffnung und Zuversicht. Das Wort Gottes macht unser Leben hell – das Wort Gottes, das Mensch geworden ist in Jesus Christus und der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12).

Schwester Johanna Stocker